Unsere letzte Woche in Bulgarien führte uns noch einmal quer durchs Land. Wir verbrachten zunächst zwei Tage in Malko Tarnovo, einem kleinen Kaff an der türkischen Grenze. Zwar gibt es vor Ort ein - verlassenes - Touristenbüro, sehr touristisch scheint die Gegend jedoch nicht zu sein. Vielmehr sorgten wir mit unserer Wanderung in ein noch kleineres Bergdorf für so große Verwunderung, dass uns die Grenzpolizei am Supermarkt abfing und unsere Reisepässe kontrollierte.
Auch auf dem Weg von Malko Tarnovo zurück an die Küste mussten wir Checkpoints passieren und Grenzschützern erläutern, warum wir Bulgarien (ihr Heimatland...) als Urlaubsziel gewählt hatten. In der Nähe von Achtopol schlugen wir an der wilden Küste unser Zelt auf und genossen noch einmal das blaue Schwarze Meer. Einigermaßen schwierig war tatsächlich, etwas zu essen zu finden, da in den umliegenden Orten erst ab Juni der Tourismusbär steppt. An unserer Zeltstelle kamen wir mit einer bulgarischen Fotografin ins Gespräch, die uns stolz ihren neuen Campervan zeigte und quatschten mit Videoleuten, die für eine lokale Rockband in der anliegenden Bucht ein Musikvideo drehen sollten und um 23 Uhr nach getaner Arbeit relativ genervt von Verzögerungen flott abdüsten. Am nächsten Morgen wurden wir dann von der Fotografin auf einen Tee eingeladen und beobachteten fröhliche Delfine, die im Morgenlicht in der Bucht badeten.
Der nächste Stopp unserer Reise war Pamporowo, ein im Mai völlig verlassener Skiort, wo wir noch einmal zwei Tage wandern waren und über den man nicht mehr erzählen muss. Das Auto gaben wir schließlich in Plovdiv zurück und fuhren von dort zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise, nach Sofia. Der sogenannte ICF (Inter City "Fast" Train) war dabei ein in Deutschland als Regionalzug übliches Modell, das im Schnitt kaum über 50 km/h fuhr und uns trotz der nicht so großen Distanz zwischen den beiden Städten 3 Stunden an die Sitze im DB-blau fesselte.
Nun auf dem Flug Richtung Berlin können noch ein paar allgemeine Sachen über Bulgarien gesagt werden: Ganz grundsätzlich ist Bulgarien ein hervorragendes Reiseland. Hervorzuheben ist insbesondere die Abwechslung von netten Städten, Bergen und Küste. Ob man will oder nicht, stolpert man alle paar Meter über tausende Jahre alte Ruinen, die selten erschlossen sind und momentan nach und nach touristisch aufgearbeitet werden. Die Bulgarinnen und Bulgaren sind eher zurückhaltend, aber bei Kontakt zumeist sehr freundlich und hilfsbereit. Sehr günstig sind Museumseintritte und Zufahrten, preiswerte Imbisse gibt es insbesondere außerhalb der großen Städte. Sollte man Auto fahren wollen, bietet sich ein Fahrzeug mit etwas mehr Bodenfreiheit an. Die Straßen sind auch innerorts abenteuerliche Huckelpisten, die man nur mit größter Vorsicht befahren sollte. Das Essen ist fleischlastig, aber einigermaßen abwechslungsreich. Oft bestellt man keine Gesamtgerichte, sondern stellt sich das Essen aus mehreren Teilen selbst zusammen. Bestellt man eine Wurst, bekommt man eine Wurst. Nicht mehr. Und so gewöhnten wir uns daran, einen Teller mit einer Wurst serviert zu bekommen, auf dem nicht einmal ein Klecks Senf zu finden war. Brot bestellt man pro Scheibe, die dann mit 20 Cent pro Stück haargenau abgerechnet wird. Sicher fühlten wir uns jederzeit und die Polizeipräsenz ist abseits der Grenze sehr beruhigend gering. Der Mai bietet sich als Urlaubszeit insoweit an, als dass es unfassbar leer ist und man die im Sommer überfüllten Strände ganz für sich allein hat.
Das wars mit Bulgarien, bis zur nächsten Reise!







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